Wie wichtig ist die Therapiebereitschaft?

 

Ich denke viele haben schon erlebt, dass im Bekannten,- Freundes- oder auch im Kollegenkreis, manche Menschen dringend professionelle Hilfe benötigen könnten. Viele reden immer nur über dieselben Problematiken, die, wie hängen geblieben, immer wieder vorgetragen werden.

Oder jemand zieht sich zurück, wird anders, keiner weiß, was mit dieser Person los ist. Das Gefühl sagt, hier wäre dringend Hilfe notwendig. Doch die betreffende Person macht nichts dagegen, sie sucht sich keine Hilfe. Viele Familienmitglieder oder Bekannte ertragen es nur noch und neigen dazu, diesen Menschen zu meiden oder aus dem Weg zu gehen.

Warum ist das so?

Warum ist es so schwer, selbst zu erkennen, jetzt benötige ich Hilfe, ich mache nun den ersten Schritt? Es gibt Menschen, die wollen keine Veränderung, schaffen es deshalb auch nicht aus ihrer Misere herauszukommen. Sie wollen ihr Problem nicht angehen, vielleicht aus Angst vor dem, was dabei rauskommt? Oder vielleicht auch, weil der/diejenige, es sich damit gut eingerichtet und sich dadurch eine eigene Sicherheit vor dem Unbekannten geschaffen hat. Unangenehme Gefühle anzuschauen, altes loszulassen, das ist nicht einfach, dazu braucht es richtig Mut und den Wunsch auf eine Entwicklung, und zwar raus aus der belastenden Situation.

Werden Betroffene von Personen darauf angesprochen eine Therapie zu machen kann eine Therapiebereitschaft entstehen. Oft üben sogar Familienmitglieder einen hohen Druck aus, nur mit dem Wunsch, dass nach der Therapie der Familienverbund gemeinsam wieder besser funktioniert. Kommt jedoch keine Bereitschaft seitens des Betroffenen, nützt der gesamte Druck nichts und führt bei der Therapie nur ins Leere.

Der primäre und sekundäre Krankheitsgewinns kann dabei auch noch eine große Rolle spielen. Das heißt, mit dem vorhandenen Problem wird ein weitaus größeres verdrängt oder es wurde die positive Erfahrung gewonnen, dass man durch das Problem, das man hat, mehr Zuneigung oder Aufmerksamkeit erhält und deshalb mehr gewinnt, als verliert. In diesen Fällen, wird eine Behandlung noch schwieriger und unrealistischer.

Schlussendlich ist ohne Therapiebereitschaft ein Behandlungserfolg sehr fraglich, um nicht zu sagen, unmöglich.

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